Die Toraja auf der Insel Sulawesi
Die Toraja in Sulawase Die Toraja sind eine ethnische Gruppe die in dem Hochland Südsulawesis zu Hause ist, ihr zugehörig sind etwa 6000 Menschen. Der Name „Toraja“ setzt sich zusammen aus „To“ für „Volk“ und „riaja“ was soviel wie „Hochland“ bedeutet. Ein Großteil der Toraja ist dem christlichen Glauben angehörig, einige jedoch pflegen noch immer ihren animistischen Glauben, der dort „Aluk to Dolo“, der „Weg der Ahnen“ genannt wird. Bekannt sind die Toraja vor allem für ihre aufwändig inszenierten Beerdigungsriten, die kunstvoll geschnitzten Holzsärge, die an Felswänden aufgehängt werden, und die massiven Häuser mit den geschwungenen Dächern und farbenfroh verzierten Holzschnitzereien. Seitdem das „Land der Toraja“ über seine Grenzen hinaus der Welt zugänglich ist, wurde es eines der beliebtesten Ziele Indonesiens für Touristen, aber auch für Anthropologen, die dort das Leben und die vielfältige Kultur der Torajas entdeckten und von nun an erforschen.
Tongkonan
Tongkonan nennen sich die traditionellen Häuser der Toraja. Im übertragenen Sinne bezeichnet „Tongkonan“ den Ort, an dem sich die ganze Familie versammelt. Genauso ist ein Toraja-Haus nicht nur Wohnort, sondern dient auch als Zentrum für das Familienleben. Charakteristisch für ein Tongkonan ist das beidseitig geschwungene riesige Dach, das an die Form eines Bootes erinnert. Typisch für Indonesische traditionelle Architektur werden auch diese Häuser auf Pfählen erbaut. Die Errichtung eines solchen Hauses ist sehr arbeits- und zeitaufwendig, weshalb an dem Bau eines Hauses stets die ganze Familie beteiligt ist. Die Sprache der Toraja wird ausschließlich gesprochen, es existiert keine Verschriftlichung. Um religiöse und soziale Inhalte vermitteln zu können, werden bestimmte wichtige Begriffe als Symbole in Holz geschnitzt. Holzschnitzereien kann man deshalb als kulturellen Ausdruck und Manifestation der Toraja verstehen. Jede einzelne Schnitzerei wird mit einem eigenen Namen versehen, wobei gängige Motive Tiere und Pflanzen sind, die jeweils einen bestimmten Wert symbolisieren. Die Außenwände der Tongkonan werden mit roten, schwarzen und gelben detaillierten Holzschnitzereien sorgsam verziert. Ein Toraja-Dorf besteht üblicherweise aus zwei parallel verlaufenden Häuserreihen, wobei die Wohnhäuser nach Norden ausgerichtet sind. Ihnen gegenüber stehen die auf Holzpfählen gebauten Reisspeicher. Diese können bis 20.000 Kilogramm Reisgarben aufnehmen. Die Reisspeicher stellen eine kleinere Version der Tongkonan dar, die in jedem Dorf vorhanden sind. Die Pfähle der Reisspeicher sind meist aus Palmholz gefertigt, die geschmeidige Oberfläche hindert so Mäuse und Ratten am Eindringen in die „Vorratskammern“.
Begräbniszeremonien
Bei den Toraja ist die Beerdigung sehr kostspielig und das aufwändigste Ereignis für die Familie, denn es repräsentiert jeweils Status und Macht. Die Zeremonie wird oftmals Wochen, Monate oder gar Jahre nach dem Tod des Verstorbenen abgehalten, nämlich erst dann, wenn die Familie genügend Geld für eine angemessene Feier aufbringen kann. Torajas glauben aus ihrer Tradition heraus, dass der Tod nicht ein plötzliches und abruptes Ereignis ist, sondern vielmehr ein allmählicher Prozess, der den Weg nach Puya (Land der Seelen) markiert. Während der Wartezeit ist der Leichnam in mehreren Schichten von Bekleidung eingewickelt und wird unter dem Tongkonan verwahrt. Die Seele des Verstorbenen verweilt währenddessen innerhalb des Dorfes, bis sie die Reise nach Puya antritt. Nachts findet der Totengesang statt, welcher der Seele den Weg weisen soll. Die Frauen jammern laut und drücken in verschiedenen Momenten des Rituals ihren Körper an den Sarg. Es gibt drei verschiedene Arten der Beisetzung: Der Sarg wird entweder an einer Klippe aufgehängt, in einer Höhle verwahrt oder es wird ein Grab in Stein gemeißelt. Mit dem Sarg werden Gegenstände und Besitztümer begraben, die der Verstorbene in seinem Leben nach dem Tode benötigen wird. Höherstehende Personen werden in einem Felsengrab an einem steilen Felsvorsprung begraben. Die Felsengräber werden von Hand in die Kalksteinfelsen gehauen und bieten Platz für eine ganze Familie. Vor den Eingängen der Höhlen und Felsengräber stehen auf Balkonen Holzfiguren (Tau Tau genannt), die den Verstorbenen darstellen. Solch ein Grab ist das teuerste, und es dauert oft Monate, es zu errichten.
































