Jakarta
Jakarta ist die Hauptstadt Indonesiens.Offiziell leben hier 8,6 Millionen Menschen, dabei sind jedoch die Vororte der Stadt nicht mit eingerechnet, die heute selbst Millionenstädte geworden sind und nahtlos in das eigentliche Jakarta übergehen. Auch die zahllosen unregistrierten Menschen, die auf der Suche nach Arbeit aus den Dörfern des Landes nach Jakarta strömen werden nicht mitgerechnet. Dieser drastische Bevölkerungszuwachs hat in weiten Teilen der Stadt zu Überbevölkerung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und hoher Umweltverschmutzung geführt. Die meisten der illegal zugezogenen Dorfbewohner enden in den riesigen Slums der Stadt, die an den Rändern der Stadt, entlang der Bahnlinien oder sogar unter Autobahnbrücken wuchern. So ballen sich im Raum Jakarta heute mindestens 25 Millionen Menschen. Gleichzeitig fehlt in der Stadt ein funktionierender Nahverkehr. Außer ein paar Bussen, die meist selber im Dauerstau hängen bleiben, gibt es keinen nenneswerten öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. Die Regionalbahnen sind nur als Transportmittel aus der Stadt raus zu gebrauchen, helfen aber überhaupt nicht den innerstädtischen Verkehr zu regulieren. Vom Flughafen kommt man nur mit einem Shuttlebus oder einem Taxi ins Zentrum. Die meisten Menschen werden Jakarta als anstrengend empfinden, Erholung sollte man hier nicht erwarten. Es gibt in Jakarta kaum etwas, das zum langen verweilen einlädt. Wer nicht beruflich hier her muß, wird in der Regel nicht wieder hier herkommen. Jakarta ist vornehm und verdreckt, schön und schäbig, Hochhäuser und Holzhütten. Pracht und Elend liegen auf Tuchfühlung nebeneinander. Prachtvoll sind überwiegend die hochpreisigen Einkaufszentren, modernen Bürogebäude und die Wohnhäuser der reichen Eliten des Landes, dazwischen immer wieder kleine und schmutzige, fast zerfallene Ecken. Elend der überwiegende Rest der Stadt. Dazwischen findet man wenig „Normales“.
Müll liegt überall auf den Strassen und in den Kanälen. Jakarta lebt zu jeder Zeit des Tages, in den frühen Morgenstunden wohl etwas ruhiger, aber sobald der Berufsverkehr einsetzt, strotzt die Stadt vor Leben. Der Straßenverkehr ist ein unendliches Chaos und bleibt bis in die späten Abendstunden für viele ein großes Problem. jakarta2 Überflute Strassen zur Regenzeit Das übliche Chaos nimmt in der Regenzeit noch um einiges zu: Überschwemmte Strassen führen zu Dauerstaus. Selbst kurze Fahrten können Stunden dauern. Die Kloake läuft häufig auch auf die Gehwege über, so dass man sich auch als Fußgänger oft gezwungen sieht manchmal kniehoch durch das braune Wasser zu waten. Seit dem Sprengstoffanschlägen auf das Marriott Hotel 2003 und 2009 sowie das Ritz-Carlton 2009, bei dem 12 Menschen ums Leben kamen und mehr als 150 verletzt wurden, sind Sicherheitskontrollen für die meisten öffentlichen Gebäude zur Normalität geworden. Wer dem morbiden Charm Jakartas nicht widerstehen kann, hat die Möglichkeit sich eine der folgenden Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen:
Die Altstadt (Kota Tua)
Auf einer Fläche von 1,3 Quadratkilometer kann man die Überreste des kolonialen Batavias (Alt-Jakartas) entdecken.Seit 1972 formell unter Denkmalschutz, wurde defacto wenig getan um dieses architektonische Erbe zu erhalten und zu pflegen. Einige wenige Gebäude sind gut erhalten (wie das Fatahillah Musueum), das maritime Museum sowie das Wayang Museum. Viele andere der Gebäude verfallen jedoch oder sind bereits Ruinen.
Monas
Meiner Meinung nach keine Sehenswürdigkeit, aber ein bekanntes, nun ja Wahrzeichen der Stadt - darum hier trotzdem erwähnt. Im Zentrum der Stadt, in einem „Park“, der zumeist aus Betonplatten, etwas Gras und einigen Bäumen besteht kann man das Nationalmonument (Monas) bestaunen – ein 132 Meter hoher überdimensionierter Kerzenhalter. Wer mag kann die Aussichtsplattform erklimmen und erspäht von dort durch den Smog der Stadt evtl ein paar Hochhäuser (Wow!)
Chinatown (Glodok)
Chinatown ist nicht so prägnant wie in anderen Städten der Welt. Vielfach deuten nur ein paar Gebaude mit chinesischen Schriftzeichen daraufhin, wo man ist. Die zur Straße offenen Läden, Restaurants und Werkstätten treten immer mehr in den Hintergrund und werden von einförmigen Neubauten oder zahllosen Einkaufszentren verdrängt. So kommt es zu einem fortschreitenden Verlust an traditionellem Flair. Bei den Unruhen 1998 fielen zudem zahlreiche Gebäude des Viertels der Zerstörung zum Opfer.
Sunda Kelapa
Sunda Kelapa ist der weltweit größte noch existierende Hafen für Lastensegelschiffe. Die hier anlegenden Bugi-Schoner und anderen Lastensegeler bereisen den kompletten malaiischen Archipel sogar bis zum südchinesischen Meer.
Taman Impian Jaya Ancol
Dieser Vergnügungspark ist mit seinen 137 Hektar Fläche der größte in ganz Indonesien. Er beinhaltet einen Kunstmarkt, ein Freilicht-Theater, ein Schwimmbad, eine Bowlingbahn, einen Golfplatz und ein Aquarium. Am beliebtesten jedoch ist der 1985 eröffnete Vergnügungspark "Dunia Fantasi" - eine indonesische Mischung aus Disneyland und Rummelplatz.
Shopping Blok M
Blok M ist ein beliebtes Geschäfts- und Einkaufsviertel in Südjakarta. Viel von dieser Beliebtheit hängt mit den relativ niedrigen Preisen für angebotene Waren und dem ausgeprägten Nachtleben. Etwas weniger modern als zahlreiche Einkaufsviertel in Zentral-Jakarta und viele Gebäude, die heruntergekommen sind, wird Blok M täglich von Massen an Menschen besucht. Insbesondere bei Nacht herscht hier ein hektisches Treiben. Am Blok M befindet sich einer der größeren Busbahnhöfe der Stadt. Zu den gefragten Einkaufszentren des Viertels zählen die Blok Mmall, die eine große Auswahl zu niedrigen Preisen bietet. Desweiteren die Plaza Blok M und Pasaraya Grande. In der Jalan Pelathan, findet man viele Bars und Clubs beheimatet, die besonders am Wochenende extrem überfüllt sind.
Gotteshäuser
Istiqlal-Moschee
Nicht weit entfernt von Monas kann man die Istiqlal-Moschee bewundern, ein Gebäude aus weißem Marmor und deutschem Stahl. Sie wurde 1975 erbaut und bietet 120.000 Gläubigen Platz. Dieses monumentale Gebäude gilt als die größte Moschee in ganz Südostasien. Sie ist ein riesiger moderner Kuppelbau und befindet sich zwischen Medan Merdeka und Lapangan Banteng.
Vihara Bahtera Bhakti (Ba Do Gong Miao Tempel)
Dies ist der älteste buddhistische Tempel Jakartas, der vermutlich auf Befehl des chinesischen Eunuchen-Admirals Zheng He erbaut wurde, der mit seiner Flotte im Namen des Ming-Kaisers Zhu Di insgesamt siebenmal (von 1405 bis 1430) den Archipel besuchte. Er ist der Erdgöttin Ba Do Gong gewidmet. Im Hauptgebäude des Tempels mehrere Statuen, darunter auch Zheng Hes. Hinter dem Hauptgebäude sind mehrere alte und atmosphärische Gräber zu sehen.
Emanuel Kirche
Die Emanuel-Kirche, die aus dem 1839 stammt, ist eine sehenswertes Bauwerk der Stadt.Auffällig an dieser prächtigen Kirche ist der runde Kuppelbau mit einem tempelähnlichen Eingangstor. Adresse: Jl Merdeka Timur 10
Gereja Sion
Die älteste Kirche der Stadt liegt südlich vom Bahnhof entfernt in der JI. Pangeran Jayakarta. Sie wurde zwischen 1693 und 1695 von Nachkommen der ersten portugiesischen Eroberer erbaut und von ihren einheimischen Verbündeten und ihren Sklaven genutzt, die von den Holländern in Malaysia und Indien gefangen genommen und verschleppt worden waren. An den Tag der Eröffnung, den 19. Oktober 1695, erinnert noch eine Tafel in niederländischer Sprache. Besonders sehenswert sind die barocken Schnitzereien am Altar, an der Orgel und auf den Bänken.
































