Die Provinz Riau
Riau umfasst den Ostteil Zentralsumatras und grenzt an die Straße von Malakka und das Südchinesische Meer.
Provinz Riau
Von dieser strategisch günstigen Lage, nahe der meist befahrenen Meerespassage der Welt und dem weltgrößten Hafen Singapur, profitiert die Region besonders. Die Provinz Riau ist eine der am schnellsten wirtschaftlich wachsenden Regionen Indonesiens und mit großen Vorkommen an Öl und Gas, sowie den Anbaugebieten für Kautschuk und Palmöl ausgestattet. Der Großteil der Landfläche Riaus ist dicht bewaldet. Die Hauptstadt ist Pekanbaru.
Pekanbaru
Riau pekanbaruPekanbaru liegt zwischen zwei in West-Ost-Richtung fließenden Flüssen. Ein Flußhafen dient dem Handel mit den anderen Inseln Indonesien und den Nachbarländern Singapur und Malaysia. Für Touristen, die aus Singapur nach Sumatra einreisen ist Pekanbaru ein wichtiges Tor zur Insel. Die Stadt hat gegenwärtig rund 1 Million Einwohner. Ölquellen in der Nähe der Stadt verdankt Pekanbaru seinen verhältnismäßigen Reichtum: Man merkt es an den Strassen, die im Vergleich zur üblichen indonesischen Großstadt auffallend breit und meist im guten Zustand sind. Für eine indonesische Großstadt ist Pekanbaru recht sauber, was man aber nicht mit europäischen Maßstäben vergleichen sollte. Die Luftqualität leidet jedoch häufig unter den Brandrodungen im Umland.
Touristisch interessant sind die An-Nur Moschee, die größte Moschee der Stadt, im Zentrum gelegen. Interessant: Die Moschee bietet einen kostenlosen Wifi Hotspot. Architektonisch interessant ist das Kunstpavillion Idrus Tintin, das ein schönes Beispiel für klassisch malayische Architektur bietet. Die Balai Adat Melayu ist ein Museum und Zentrum malaiischer Kultur. Seit 2004 organisiert Pekanbaru jährlich ein malaiisches Kulturfest. Die Fischteiche im Park Alam Mayang sind ebenfalls ein lohnendes Ziel. Rund 10 Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich der Lembeh-See. Für Besucher der Stadt ein nettes, nahegelegenes Ausflugsziel im Grünen.
Candi Muara Takus
120 Kilometer östlich der Hauptstadt Pekanbaru befinden sich die Ruinen von Muara Takus, einem antiken Tempelkomplex am Ufer des Kampar-Kanan Flußes. Mitten in einem entlegenen Abschnitt des Regenwalds gelegen, bleibt der Tempel für Archäologen bis heute ein Rätsel. Experten konnten bis heute nicht genau einordnen, wann der Tempel gebaut wurde. Einige Quellen legen jedoch eine Verbindung zum buddhistischen Reich von Sriwijawa nahe, dass vom achten bis zum zehnten Jahrhundert die Geschicke Sumatras dominierte.
Sicher ist, das die Tempelanlagen von Muara Takus eines der ältesten Steingebäude auf Sumatra darstellen und das größte antike, noch erhaltene Bauwerke der Insel ist. Das hohe Tempelgebäude, bekannt als Mahligai Tempel, hat die Form eines Turmes und nicht die glocken-ähnliche Form, die normalerweise aus der buddhistischen Architektur bekannt ist. Weitere Steinbauten des Tempelkomplexes, die besichtigt werden können sind etwa der Bungsu Tempel sowie der terrassenförmige Candi Tua Tempel, der ursprünglich größte Teil der Anlage.
Der Palast des Sultans von Siak
Der im maurischen Stil erbaute Palast des Sultans von Siak liegt 120 Kilometer flussaufwärts von Pekanbaru entfernt, am Ufer des Siak. Der Palast wurde 1889 von Sultan Syarif Hasyim Abdul Jalil Syarifuddin erbaut und ist heute ein Museum. Im Palast werden die königlichen Utensilien ausgestellt und andere historisch wertvolle Exponate. Das im sechzehnten Jahrhundert entstandene Sultanat Siak Sri Inderapura bestand bis 1946 und fiel dann den allgemeinen politischen Unruhe nach dem Abzug der japanischen Besatzungstruppen zum Opfer.
Kerumutan Naturreservat
Das 120.000 Hektar große Naturreservat liegt im Kuala Kampar Distrikt und kann mit einem Boot von der Provinzhauptstadt Pekanbaru erreicht werden. Ein großer Teil des Nationalparks besteht aus Torfmooren und Feuchtwäldern. Im Süden schließen sich weite Reisfelder an den Wald an. Ein interessantes Naturphänomen, das von den Einheimischen Bono genannt wird, kann am nahegelegenen Fluß bestaunt werden.
Jeden Tag, wenn das Hochwasser einsetzt, schwillt der Fluß an und an der Flussmündung staut sich das Wasser begleitet von einem rumpelnden Geräusch auf und türmt sich baumhoch auf, wirbelt umher und wandert flussaufwärts, wobei die Wasserauftürmung langsam absinkt und irgendwann ganz verschwindet, bis sich das Naturschauspiel am folgenden Tag von Neuem wiederholt.

































